Geschichte bis Gegenwart
Viele Ereignisse der letzten 500 Jahre hat der "Löwen" in Biesingen an dieser Stelle überstanden.
Bauernkrieg- Reformation- 30-jähriger Krieg (am 19. Mai 1633) 1848 badische Revolution- 1870/ 71 und die letzten 2 Weltkriege.
Durch all diese Wirren der Zeit, wurde der "Löwen" durch die Familie "Held" geführt. Held der älteste Stammbaum der Baar, erwähnt 1244 zur Urkunde.
Der Vogt Martin Held 1524 (Rudelsführer im Bauernkrieg) kann als Erbauer des Löwens, an dieser Stelle im Außendorf, angenommen werden.
1582 wird der Löwen urkundlich erwähnt. 1684 war wieder ein Martin Held Vogt zu Biesingen 1842 wiederum ein Martin Held Bürgermeister von Biesingen (Erbauer des Löwens in seiner heutigen Form).
1896 Poststelle im Löwen Posthalter Elias Held Löwenwirt.
1900 Telegrafenstation im Löwen.
1928 bekam das Rathaus in Biesingen ebenfalls einen Telegraphen.
Nach dem ein Feuer am 12. Juli 1902 große Teile von Biesingen, auch die Kirche in Schutt und Asche legte, war im Löwen von 1902 bis 1908 jeden Sonntag Gottesdienst, an der Westseite des Hauses wurde ein Glockenstuhl erreichtet, so konnte trotz Verlust der Kirche zum Gebet geläutet werden.
Von 1707 bis 1782 war der Löwen Station für die Eisenerztransporte von Hammereisenbach nach Bachzimmern, zu den Amalienhütten in denen das Eisenerz geschmolzen wurde.
Im Gaststall des Löwens wurden neue Pferde für den Anstieg nach Öfingen eingespannt und für die Gütermann´s Leute hatten hier ihr Nachtlager.
Auch mittellose durchziehende Menschen im Jahre 1800 erhielten im Löwen ein Nachtlager und eine Suppe für 18 Kreuzer.
Fast 500 Jahre kulturelles Zentrum, Lokal der Vereine, Ort der Trauungen und Feiern, Treffpunkt der Bewohner, Nachtlager für Reisende, Notkirche, Telegraphen und Poststation durch alle Wirren der Zeit.
(Ein starker Löwe, der "Löwen")
Jetzt wieder ist eine Zeit gekommen, in der Gasthäusern, wie wir sie seit 50 Jahren kennen, vor allem auf kleinen Dörfern ein harter Überlebenskampf bevorsteht.
In Biesingen gab es um 1900 fünf Gasthäuser, andernorts waren es noch mehr.
Jetzt gibt es in vielen Dörfern keine Gasthäuser mehr.
Die Treffpunkte der Gemeinden- Vereine u.s.w. haben sich alle in eigene Räume verlagert und der Bedarf an Gasthäusern ist in den letzten 40 Jahren stets rückläufig gewesen.
Und schon steht der Löwen vor der nächsten Herausforderung.
Um die Gastlichkeit dieser historischen Einrichtung auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird der Löwen seit 2006 liebevoll restauriert und für die Zukunft fit gemacht.
Fit für den Sprung vom Zeitalter der Telegraphen- in das des World Wide Web
